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Blindgängerverdacht - Bohrlochdetektion gestartet

Blindgängersuche auf einer Wiese in Salwey

27. September 2026

Blindgängersuche auf einer Wiese in Salwey

Ungewöhnliche Arbeiten waren in Salwey zu beobachten: Auf einer Wiese wurde mit schwerem Gerät gebohrt und anschließend wurden mehrere Rohre in den Boden eingebracht. Hintergrund ist ein möglicher Kampfmittelverdacht aus dem Zweiten Weltkrieg.

Nach unseren Informationen besteht für diesen Bereich ein sogenannter Blindgängerverdacht. Es geht also keineswegs darum, dass bereits feststeht, dass sich dort tatsächlich eine Fliegerbombe befindet. Vielmehr soll durch die Untersuchungen geklärt werden, ob sich unter der Erde ein Kampfmittel befinden könnte.

Warum wird hier mehrere Meter tief gebohrt?

Um einen solchen Verdacht zu überprüfen, wurden auf der Wiese mehrere Bohrungen vorgenommen. Nach unseren Informationen reichen die Bohrlöcher bis in eine Tiefe von etwa sechs Metern.

Der Grund dafür: Fliegerbomben, die im Zweiten Weltkrieg beim Aufschlag nicht explodierten, konnten aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit tief in den Boden eindringen. Dabei muss der Weg eines Blindgängers im Erdreich nicht unbedingt senkrecht nach unten verlaufen.

Eine Untersuchung ausschließlich von der Erdoberfläche aus reicht deshalb bei einem konkreten Verdacht nicht immer aus. Bei einer sogenannten Bohrlochdetektion werden in einem bestimmten Raster Bohrungen rund um den vermuteten Einschlagspunkt angelegt.


Wozu dienen die Rohre im Boden?

Die auf der Wiese sichtbaren Rohre beziehungsweise Bohrungen ermöglichen es, Messsonden bis in größere Tiefen einzubringen. Mit diesen Sonden kann der Untergrund untersucht werden.

Dabei wird nach Auffälligkeiten gesucht, die beispielsweise durch größere metallische Gegenstände im Erdreich verursacht werden. Durch mehrere Messpunkte lässt sich ein verdächtiger Bereich wesentlich genauer untersuchen und gegebenenfalls eingrenzen.

Die Bohrungen bedeuten daher nicht automatisch, dass an diesen Stellen Bomben vermutet werden. Sie sind vielmehr Bestandteil des Messverfahrens, mit dem der Untergrund systematisch überprüft wird.

Wie entsteht überhaupt ein solcher Verdacht?

Interessant ist natürlich die Frage, warum ausgerechnet an dieser Stelle gesucht wird. Ein Kampfmittelverdacht muss nicht dadurch entstehen, dass jemand einen Bombeneinschlag beobachtet oder dokumentiert hat.

Eine wichtige Grundlage bilden historische Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auf solchen Aufnahmen können unter anderem Bombentrichter, bombardierte Bereiche oder mögliche Einschlagstellen erkannt werden. Aus der Auswertung können sogenannte Luftbildverdachtspunkte entstehen, die anschließend genauer untersucht werden.

Älteren Salweyern ist an dieser Stelle kein Einschlag bekannt

Gerade dieser Punkt macht die Angelegenheit in Salwey interessant: Ältere Salweyer berichten, dass ihnen auf genau dieser Wiese kein Bombeneinschlag bekannt ist.

Dass während des Zweiten Weltkriegs Bomben in der näheren Umgebung niedergingen, ist dagegen durchaus bekannt und teilweise bis heute in Erinnerung geblieben. Für die nun untersuchte Wiese selbst gibt es nach den uns bislang vorliegenden Erzählungen jedoch keine entsprechende Erinnerung.

Das schließt einen Blindgänger allerdings nicht vollständig aus. Gerade ein nicht explodierter Sprengkörper konnte sich tief in den Boden eingraben und dabei wesentlich weniger sichtbare Spuren hinterlassen als eine detonierte Bombe.

Auch historische Luftbilder und deren Auswertung können nicht jede Frage zweifelsfrei beantworten. Deshalb können neben den historischen Aufnahmen auch andere Erkenntnisse und Zeitzeugenaussagen bei der Bewertung eine Rolle spielen.

Bislang kein Blindgänger gefunden

Nach dem derzeitigen Stand wurde bei den bisherigen Untersuchungen kein Blindgänger gefunden.

Ob damit die Untersuchungen bereits abgeschlossen sind oder weitere Maßnahmen notwendig werden, bleibt abzuwarten. Interessant wäre natürlich auch zu erfahren, welche konkrete historische Auffälligkeit ursprünglich zu dem Verdacht an dieser Stelle geführt hat.

⚠ Wichtiger Sicherheitshinweis

Das abgesperrte Gelände darf ausdrücklich nicht betreten werden! Die vorhandenen Absperrungen dienen der Sicherheit und sind unbedingt zu beachten.

Insbesondere Eltern werden gebeten, ihre Kinder darauf hinzuweisen, dass die Untersuchungsfläche kein Spielplatz ist und die Absperrungen keinesfalls übertreten werden dürfen.

Durch die Bohrarbeiten und die laufende Kampfmittelüberprüfung können Gefahrenstellen vorhanden sein. Bitte Abstand halten, die Absperrungen respektieren und Kinder entsprechend beaufsichtigen.

 

Kontakt Information

Heimat u. Förderverein Salwey e.V.
Holzstr. 25
59889 Eslohe-Niedersalwy
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